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1883 –
2008 125 Jahre
Freiwillige
Feuerwehr Hattstedt–Wobbenbüll
Nachdem das Feuerwehrlöschwesen nach
althergebrachter Verfassung immer mehr versagte, beriet man
in den Jahren um 1870 es auf andere Grundlagen aufzubauen.
Die Gründung der ersten freiwilligen
Feuerwehr in Süddeutschland fand überall Beifall, so auf in
unserer Heimat Schleswig-Holstein.
In Hattstedt gründen dann am 2. September
1883 46 Mitglieder die Freiwillige Feuerwehr Hattstedt –
Wobbenbüll und wählen zu ihrem Hauptmann den damaligen
Küster Tüchsen.
Die Ausrüstung der Wehr besteht aus:
1 vierrädrige Spritze mit Normalverkupplung
8 Schläuche a 15m Länge
2 Zubringerschläuche a 7,5m Länge
1 Schlauchhaspel
2 Ansatzleitern
6 Dachleitern
4 Haltehaken
8 Patschen
2 Kratzer
63 Helme
60 Blusen
64 Paradegürtel
16 breite Schnüre
136 schmale Schnüre
6 große Sterne
12 Schwalbennester
1 Trommel
3 Signalhörner
3 Nebelhörner
3 Flöten
1883 – 1893
Große Geschehnisse zeigt die Chronik nicht auf. Es finden in
diesen Jahren mehrere Ehrengerichtsverfahren wegen
ungebührlichen Verhaltens, Uniformbeschädigungen, Prügelei
und Trunkenheit statt. Es gibt Strafen von 1-6 Mark. Mit dem
Ausschluss wird mehrfach gedroht.
1894
Nach
Beschaffung neuer Uniformen ist ein wichtiger Punkt der
Generalversammlung das Ergebnis einer
Stoffmusteruntersuchung dieser Uniform durch das technische
Laboratorium in Kiel. Es weist aus, dass der Stoff aus 50%
Wolle und 50% Baumwolle besteht und somit minderwertig ist.
Der Lieferant wird durch Rechtsanwalt Hansen auf
Schadenersatz verklagt.
1896
Frühjahr
1896 Brand eines Wohngebäudes in Olderup. Am 27. August wird
der Bau eines Steigerhauses für 512 Mark an Broder N.
Petersen vergeben. Der Bauplatzpreis beträgt 200 Mark. Die
Abnahme erfolgt am 4. Oktober ohne Beanstandung.
1897
Am 3. Januar
Wahl von Broder N. Petersen zum Hauptmann. Schon am 7.
August des gleichen Jahres wird jedoch Joh. Jensen zum
Hauptmann der Wehr gewählt.
1898
Für
15-jährige Dienstzeit werden 7 Kameraden gelbe und 20
Kameraden für 5-jährige Dienstzeit rote Winkel verliehen.
Für 10-jährige Dienstzeit erhalten 2 Kameraden Sterne. Am
24.Juli Brände durch Blitzschlag bei Lorenz J. Johannsen,
Wobbenbüll und H. Petersen, Altendeich. Am 26. November
Brand der Hattstedter Mühle, wobei das Wohnhaus gerettet
werden kann.
1899
Am 29.
Dezember wird Joachim Hansen neuer Schriftführer, da die
Wehr es abgelehnt hat L.J. Joachimsen für seine Arbeit zu
entschädigen.

1901
Brand des
Wohnhauses des Kornhändlers Peter Petersen am 19. August. Am
26. November Brand des Wohnhauses von N.F. Petersen.
1903
Wegen Unstimmigkeiten Auflösung der Wehr nach 20-jähriger
Tätigkeit. Auf Antrag des Amtsvorstehers erfolgt jedoch
sofortige Neugründung. Es treten 42 Mann der Wehr bei. Neuer
Hauptmann ist Peter Hansen. Infolge Vernachlässigung der
Geräte und Utensilien müssen verschiedene Verbesserungen und
Neuanschaffungen gemacht werden.
1904
Die
Freiwilligen Feuerwehr der Spritzenkommune Hattstedt –
Wobbenbüll gibt sich eine neue Satzung.
1905
Der erste „Minimax“-Feuerlöscher wird angeschafft und in der
Schmiede von Johann Carstensen stationiert. Es wird die
Gründung einer Feuerwehrkapelle erörtert. Ein Brand im
Gebäude von Nikolaus Fr. Petersen am 13. August kann von den
Nachbarn gelöscht werden. Am 13. Dezember Brand des gleichen
Hauses, jedoch mit größerer Ausdehnung .Um eine bessere
Alarmierung zu erreichen werden u.a. 10 neue
Feuer-Meldeschilder aufgestellt.
1906
26. Februar
Brand der Tischlerei von Carl Backhaus. Ein Löschen ist
nicht möglich, jedoch wird das von Funkenflug stark
gefährdete Nachbarhaus von Boy M. Petersen gerettet. 27.
Juli Brand bei Heinrich Matthiesen. Die Alarmierung der Wehr
durch 8 Feuerhörner und 11 Meldeschilder erheblich
verbessert.
1907
Bildung
eines Musikzuges. Für Überholung der Musikinstrumente werden
30 Mark aus der Kasse gewährt. Die Ausbildung der Musiker
erfolgt in Husum. Hierfür entstehen Kosten in Höhe von 60
Mark. Im September Brand des Vierrutchenbergs des
Bahnwärters Jansen.
1908
Es wird der
Antrag an die Hartsteinwerke gestellt, bei Alarmierung die
Dampfsirene in Betrieb zu setzen. Aus Anlass des 25-jährigen
Bestehens der Wehr wird am 2. September vom Amtsvorsteher an
15 Kameraden Dienstabzeichen für 25-, 15-,10, und 5-jährige
Mitgliedschaft verliehen. Außerdem erhalten die Kameraden H.
Tüchsen, Peter Hansen und Johann Chr. Paulsen für 25 Jahre
Dienstzeit ein Diplom. Am 21. September bewährt sich die
Alarmierung durch die Dampfsirene beim Brand des Wohnhauses
von August Sievertsen.
1909
Am 25. Juni
Brand im Hause des Stellmachers Carsten Carstensen. Wehr
rückt ohne Einsatz wieder ab. Ein besonderes Ereignis ist am
17. Juli die Verleihung des vom Kaiser allerhöchst
verliehenen Ehrenabzeichen durch Landrat Nasser an Hauptmann
Hansen und Spritzenmeister Christian Paulsen.
1910
Anfang Juni
stirbt Oberbrandmeister Peter Petersen, Olderup. Hauptmann
Peter Hansen wird als Nachfolger vom Amtsvorsteher ernannt
und vom Landrat genehmigt. Er legt sein Amt als Hauptmann
nieder dieses Amt übernimmt Obersteiger Joachim Hansen.
1911
In diesem
Jahr müssen die Übungen wegen einer bösen Seuche ausfallen.
Dieses ist für die Ausbildung nicht günstig. Ein großes
Glück ist es dass die Wehr nicht ernstlich geprüft wird, da
bei der großen Trockenheit erheblicher Wassermangel
herrscht.
1912
Mit
finanzieller Unterstützung der Spritzenunion und der
Sparkasse werden neue Helme angeschafft, die erstmals bei
einer Amtsübung in Olderup getragen werden und einen guten
Eindruck machen.
1913
Das
30-jährige Stiftungsfest wird am 31. August zusammen mit
einer Amtsübung festlich begangen.
1914 – 1918
Fast alle
Kameraden werden nach und nach zum Heeresdienst eingezogen,
so dass auf ältere Mitglieder zurückgegriffen werden muss.
Behördlicherseits müssen sich alle 16-bis 60-jährigen für
den Feuerwehrdienst zur Verfügung stellen. In diesen vier
Kriegsjahren gibt es nur einen Ernstfall. Das Wohnhaus des
Kameraden Johs. Hansen wird durch ein Blitzschlag
entzündet.
1919
Joachim
Hansen wird Oberbrandmeister. Nachfolger als Hauptmann ist
Ingwer Nissen. Steigerführer werden Martin Feddersen und
Peter Cords.
1920
Ende Oktober
findet eine Besichtigung der Wehr durch den
Feuerlöschdirektor und Landesbrandmeister statt.
1921
Folgender
Antrag auf Strafgelder wird gestellt: Zu spät kommen = 1
Mark; Fehlen ohne Grund = 5 Mark; Antreffen in Uniform in
Gastwirtschaft eine Stunde nach Dienstschluss = 10 Mark;
Fehlen bei Feueralarm = 5 Mark.
1922
Die Wehr
leidet unter der zunehmenden Geldentwertung. Auch
Zuwendungen, z.B. Schenkung der Sparkasse von 1000 Mark,
helfen nicht.
1923
Die Brüche
werden auf 10, 50 und 100 Mark erhöht. Wegen
wirtschaftlicher Depressionen findet kein Stiftungsfest
statt.
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Diesjährige |
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Einnahmen: |
65.813.877 Mark |
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Ausgaben: |
62.937.668 Mark |
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Rest: |
2.876.380 Mark |
Die
Währung ist: 5000 Mark = 1 Pfennig.
1924
Obersteiger
Christian Hinrichsen scheidet aus. Nachfolger wird
Christian Thomsen.
1925
Neue
Uniformjacken werden gekauft. Der Amtsvorsteher verleiht
Ehrenzeichen für 25-jährige Dienstzeit. 50 Mark Schulden
müssen bei der Bank aufgenommen werden.
1927
Das gute
Funktionieren der Sirene in Husum wird gelobt und es wird
bedauert, das die Hattstedter Wehr wegen der hohen Kosten an
die Anschaffung einer Sirene nicht gedacht werden kann.
Bernhard Petersen wird neuer Kapellmeister.
1928
Am 16.
August Brand der Motormühle in Horstedt. Weil die Spritze
der Horstedter Wehr versagt hat, muss die Hattstedter Wehr
voll in Tätigkeit treten.
1929
Erstmals
Verleihung von 40-jährigen Dienstabzeichen. Für 250 Mark von
der Landesbrandkasse werden 2 tragbare Feuerlöscher
angeschafft. Ein Bodenbrand bei Bäckermeister Sönke Mommsen
kann am 4. Oktober durch schnelles Eingreifen rasch gelöscht
werden.
1930
Es wird erörtert eine Motorspritze anzuschaffen. Der
Schriftführer wird beauftragt, Listen für Auszeichnungen zu
erstellen und zwar für das Staatsministerium Preußen und für
den Preußischen Feuerwehrverband.
1931
Nach 12-jähriger Tätigkeit als Hauptmann tritt Ingwer Nissen
zurück. Als Nachfolger wird Peter Lorenzen gewählt. Am 15.
November Brand des Schuppens bei Siegfried Nissen. Wohn- und
Wirtschaftsgebäude werden gerettet.
1932
Am 7. Januar
Brand des Wohnhauses beim Schmiedemeisters Ludwig Nissen.
Das Feuer wird auf den Herd beschränkt. Am 16. August Brand
des Bienenhauses von Postschaffner Johannes Burmeister. Das
Feuer wird von Kapellmeister Bernhard Petersen mit einem
Minimax gelöscht.
1933
50-jähriges Bestehen der Wehr am 3. September. Von 12 noch
lebenden Mitbegründern der Wehr sind 11 der Einladung
gefolgt. Viele Mitbürger, viele Gäste, darunter auch
vorgesetzte Behörden, helfen das Fest verschönen. Es werden
in diesem Jahr neue Kokarden und Rauchmasken angeschafft.
1934
Der
Amtsvorsteher Überreicht die vom preußischen
Innenministerium neu gestiftete Ehrenabzeichen an seine
Kameraden. Hinweis vom 1. Vorsitzenden des
Feuerwehrverbandes mit „deutschen Gruß“ zu grüßen. Neuer
Spruch: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“. Neues Gesetz vom 1.
Januar 1934: „Wehren werden für ihren Aufgabenbereich zu
Organen der Polizeiexekutive“. Die Wehren erhalten neue
Stellung eingeräumt und werden zu einer Wehrtruppe im
volkswirtschaftlichen Sinne straffer umgebildet.
1935
Am 18.
September tritt Peter Lorenzen als Hauptmann zurück. Neuer
Wehrführer wird Mathias Lorenzen. 21.-27. Oktober deutsche
Luftschutzwoche. Der Gebrauch von Atemschutzmasken wird
geübt. 18. Dezember: Brand des Hauses der Ww. Brodersen.
1936
Durch Wegzug
von Bernhard Petersen nach Husum droht sich die Kapelle
aufzulösen, kommt aber durch tatkräftiges Zureden des
Amtsvorsteher und mit Hilfe von Siegfried Hansen wieder auf
die Beine.

1937
Der Wehr wird eine Motorspritze geschenkt. Dadurch ist für
die Handdruckspritze „Feierabend“. Am 13.August findet ein
Propagandamarsch statt. Eine Wehrbesichtigung fällt wegen
Maul- u. Klauenseuche aus. Ihren ersten Einsatz hat die neue
Motorspritze beim Brand des vom Blitz getroffenen Hauses von
Wolber Ketelsen.
1939
8 Kameraden
werden zur Wehrmacht eingezogen. 9. Dezember: Nachts ein
Brand beim ehemaligen Deichgrafen Iwersen-Schmidt. Durch die
Bewährung der Motorspritze kann das Wohnhaus gerettet
werden.
1940
13 Minimaxe
werden beschafft und im Ort verteilt. An Kameraden die
eingezogen sind werden Geschenkpakete verschickt.
1941
Fortlaufend
werden Kameraden eingezogen, deshalb müssen 11 Mitbürger
dienstverpflichtet werden. Ferdinand Boysen wird Wehrführer,
nachdem er aus dem Wehrdienst entlassen wurde. 14.-15.
Februar: Brand der Meierei. Schneegestöber und schlechte
Alarmierung sind wahrscheinlich der Grund dafür, dass kein
Maschinist an der Brandstelle ist. Am 20. Oktober Brand des
Stallgebäudes von Hans Clausen. Ein übergreifen des Feuers
auf die Gastwirtschaft kann verhindert werden. Es wird zu
unbedingten Teilnahme an den Übungen ermahnt.
„Kriegswichtig!“.
1942
Nunmehr sind
25 Kameraden aktiv im Kriegsdienst, deshalb werden nochmals
5 Bürger zum Feuerwehrdienst verpflichtet. 12. April: Jürgen
Petersen muss mit der Motorspritze nach Altendeich, um bei
der Sprengung eines Bombenblindgängers mitzuarbeiten. Am 14.
November: Brand des Bauerhauses von Pächter Peter Paulsen.
Mit Hilfe eines Zuges von Flak-Soldaten, die zufällig durch
Hattstedt fahren, kann das Mobiliar und das Vieh bis auf ein
Stück gerettet werden.
1943
Wieder werden 8 Kameraden zum Heeresdienst eingezogen. 20.
August: Brand des Hofes von Johannes Nöhren.
1944
In diesem
Jahr werden 9 Kameraden eingezogen. Zur Zeit besteht die
Wehr aus 29 aktiven und 20 dienstverpflichteten Männern. Die
Husumer Freiwillige Feuerwehr hat im Krieg den Auftrag,
Hilfe in Kiel und Hamburg zu leisten. Während dieser
Einsätze übernimmt die Hattstedter Wehr die Vertretung in
Husum. 19 Mai: Durch Fliegerangriff stehen in Husum in der
Schobüller-Straße ca. 10 Häuser in Flammen. Ebenfalls
betroffen ist Hockensbüll. Am 20. August wird das Wohnhaus
von Jens Carstensen in Wobbenbüll vom Blitz getroffen.
1945
Nach der
Kapitulation am 08. Mai werden die Geräte nur noch von
einigen älteren Kameraden in Ordnung gehalten. Durch den
Krieg hat die Wehr insgesamt 8 Kameraden verloren.
1946
Die
Verpflichtungen von Mannschaften aus Kriegszeiten werden
aufgehoben. Es gibt wieder eine Freiwillige Feuerwehr. Die
Stärke der Wehr steigt von 21 auf 45 Mann. Die Kapelle wird
neu gegründet.
1947
Christian
Höfer wird zum Wehrführer gewählt. 07. Januar: Brand des
Strohdachhauses von Anna Schulz.
1948
Am 21. Juni:
Brand des Hauses der W.w. Jacobsen. Wegen schlechter
Wasserverhältnisse kann die Wehr nicht eingreifen. 12.
Dezember: Brand des Abnahmehauses von Christian Paulsen.
Durch den Brand werden 2 Flüchtlingsfamilien obdachlos.
Aufgrund verstorbener Kameraden in russischer Gefangenschaft
hat die Wehr nunmehr 10 Kameraden durch den Krieg verloren.
1949
Am 10.
Februar: Brand des Hofes Hoffmann. Da nichts mehr gerettet
werden kann, muss die Wehr nur die Brandstelle ablöschen.
13. Februar: Es brennt das Haus von Bernhard Hansen.
1950
Die
Feuerwehrkapelle hat sich unter der Leitung von Paul
Appelles sehr gut entwickelt. 07. Mai: Brand bei Max
Assmussen. Die Wehr ist sehr schnell zur Seite. Erstmals
nehmen Kameraden an Lehrgängen an der Landesfeuerwehrschule
in Harrislee teil. Es werden neue Uniformen und Jacken
gekauft.
1953
11. Mai:
Brand des Hofes von Karl Petersen in der Wiede. Die
Nachbarwehren müssen helfend eingreifen, da die eigene
Spritze zur angeordneten Prüfung in Harrislee ist.
1954
10. Januar:
Ein Entstehungsbrand bei der Gastwirtschaft von Lorenzen
Hinrichsen kann rechtzeitig gelöscht werden. Im April: Brand
im Waldlager in Schobüll. Eine Wohnbaracke – bewohnt von
mehreren Flüchtlingsfamilien - kann nicht mehr gerettet
werden.
1955
Die
Alarmhörner werden überholt und eine Sirene bei Heinrich
Feddersen installiert.

1956
Nachdem der Neubau der Schule fertiggestellt ist, kann im
alten Schulgebäude ein Klassenraum für 5 Jahre zur
Unterbringung der Spritze und der Geräte gemietet werden. Am
01. März: Feueralarm. Es brennt der Hof von Lorenz
Hinrichsen. Die Husumer Wehr leistet mit ihren großen
Scheinwerfern gute Dienste. Denn noch leider erfordert
dieser Einsatz ein menschliches Opfer. Heinrich Feddersen,
der die Aufgabe hat die Horstedter Wehr von der Bundesstraße
zur Brandstelle einzuweisen, wird von einem daherrasenden
Motorrad erfasst und schwer verletzt. Er stirbt kurze Zeit
später im Krankenhaus. 10. Dezember: Brand in der
Wohnbaracke bei Karl Rudolph. Am 13. Dezember wird die
elektrische Hauptleitung der Kirche vom Blitz getroffen. Das
Feuer kann mit Feuerlöschern und Wassereimern gelöscht
werden.
1957
23. Februar:
Brand bei Otto Rieckmann. Ferdinand Boysen erhält die
Feuerwehr-Verdienstmedaille des Deutschen Feuerwehrverbandes
durch Kreisbrandmeister Jensen überreicht.
1958
Es wird eine
2. Löschgruppe aufgestellt, die von Ernst-Robert Carstensen
geführt wird. Die 1. Gruppe führt Peter Johannsen. Im August
wird eine neue TS einschl. Anhänger und für alle Wehrmänner
neue Helme beschafft. Am 6. September feiert die Wehr ihr
75-jähriges Bestehen.
1959
17. April:
Es gelingt der Hattstedter-Wehr, den Brand des
Weichdachhauses von Max Petersen in Schobüll abzulöschen, da
der Wagen der Husumer Wehr von Schaulustigen abgedrängt wird
und im Graben landet.
1960
Brandmeister
Christian Höfer tritt aus gesundheitlichen Gründen zurück.
Bei den darauf durchgeführten Neuwahlen wird Ernst-Robert
Carstensen neuer Wehrführer. 15. August: Einsatz beim Brand
des Hauses von Otto Rieckmann. 26. August: In einem Schuppen
bei Adolf Sievertsen, ist ein Feuer ausgebrochen.
1962
In der Nacht
vom 16. auf den 17. Februar wird die Wehr alarmiert. Die
größte Flutkatastrophe seit 100 Jahren hat die Deiche in der
Hattstedter-Marsch schwer angeschlagen. 31. März: Feuer in
der Tischlerei Alfred Kosanke. 5. August: Ein Großfeuer ist
auf dem Gelände der Holzhandlung C.G. Christiansen in der
Husumer Innenstadt ausgebrochen. 8 Feuerwehren kommen zum
Einsatz. 12. September: Lenzen der Kellerräume der Spar- und
Darlehenskasse. Sonntag, 23. September: Erneut Großfeuer bei
der Firma C.G. Christiansen in Husum.
1963
11. Januar:
Hilfeleistung beim Brand eines Hofes in Olderup. 36
Kameraden erhalten die vom Ministerpräsident des Landes
Schleswig-Holstein gestiftete Sturmflutmedaille. 6. April:
Flächenbrand bei Richard Paulsen. Anfang Mai nehmen
Wehrführer Carstensen und Maschinist Jürgen Petersen das
neue Feuerwehrfahrzeug in Empfang. 7. September: Die Wehr
begeht ihr 80-jähriges Bestehen
1964
6. Oktober:
Brand der Hinterachse eines Tankfahrzeuges auf der
Bundesstraße 5.
1965
13. August:
Höhepunkt dieses Jahres ist die Weihe der neuen
Feuerwehrfahne.

1966
9. Januar:
Zimmerbrand bei Mathilde Sühl. 10. März Brand des Hofes von
Paul Jensen. 12. August Küchenbrand bei Johs. Petersen.
1967
17. Februar:
In der Gemarkung Schobüll brennt eine ca. 1 ha große
Tannenschonung. Zusammen mit den Wehren Schobüll und Husum
ist das Feuer bald gelöscht. 23. Februar: Ein Orkanartiger
Sturm bringt das Gebäude von Albert Carstensen zum Einsturz.
2. März: Bei starkem Sturm Brand im Obergeschoss des
Gebäudes von Reifenhändler Heinrich Carstensen. Am 17.
Oktober wieder Sturmalarm. Es müssen Deichwachen gestellt
werden.
1968
5. Dezember:
Es brennt das alte Schulgebäude in Arlewatt. Wegen der sehr
schlechten Wasserverhältnisse ist leider ein Totalschaden
nicht zu verhindern.
1969
9. April:
Schornsteinbrand bei Franz Peetz. 16. April: Schuppenbrand
bei Martin Bozek. 11. September: Schuppenbrand bei Pohlmann.
Am 28. September wird die bronzene Leistungsplakette
erworben. 28. September: Brand bei Lorenz Thomsen. Am 7.
November brennt das Weichdachhaus von Christian Clausen. 12.
November: Es brennt der Hof von Thomas Carstensen.
1970
29. Januar:
Brand im Schweinestall von Carsten Iwersen.18. Juni:
Ablöschen eines durch Unfall in Brand geratenen Autos.
Dachstuhlbrand am 22. Juni bei Werner Henkes. 29. August:
Einsatz bei Ferdinand Wolbersen.
1971
Wegen
Gefährdung des Schießstandes ist in diesem Jahr ein
mehrfaches Ablöschen der Schutthalde am Mühlenberg
erforderlich. Am 14. Juni Einbau einer Sprechfunkanlage in
das TSF.
1972
6. Oktober:
Brand des Geweses von Peter Cosmos. Es gelingt der Wehr,
zusammen mit tatkräftiger Unterstützung der Nachbarn, das
lebende Inventar zu retten.19. November: Brand des
Wohnhauses von Carl Brodersen. Am 23. Dezember brennt ein
Geflügelstall von Lorenz Thomsen.
1973
Am 1.
September wird das 90-jährige Bestehender Wehr festlich
begangen. Mehr als 200 Gäste, unter ihnen MdL Leo Spaeth,
Kreisbrandmeister Hinrich Struve und stell.
Kreisbrandmeister Paul J. Feddersen nehmen an dem Festball
teil.
1974
3. Januar:
Pkw-Brand auf der Bundesstraße 5. 29. Juni: Brand des
Anwesens von Lorenz Th. Feddersen. 7. September:
Hilfeleistung beim Brand der Tischlereiwerkstatt
Petersen.17. September: Brand des Wohnhauses von Christian
Böttger. Im Laufe des Jahres ist mit tatkräftigem Einsatz
aller Kameraden das ehemalige Meiereigebäude zu einem
Gerätehaus mit Unterrichtsräume und sanitären Anlagen
umgebaut worden. 30. November: Bergung eines durch Glatteis
verunglückten Pkw.
1975
25. Januar:
Deichkatastrophenalarm. Am 11. April nimmt die Wehr Abschied
vom alten Gerätehaus und bezieht ihr neues Domizil. Dieser
Tag wird verbunden mit einem Musikfest der FF-Kapellen
Nordstrand, Langenhorn und Hattstedt-Wobbenbüll. Weitere
kleine Einsätze sind auch in diesem Jahr durch Beseitigung
von Ölspuren und Bekämpfung von Freiflächenbränden
erforderlich.
1976
3. Januar:
Wieder bedroht eine schwere Sturmflut unsere Küste und macht
einen harten Einsatz erforderlich. Durch die Gewalt des
Sturmes wird der Kirchturm so stark beschädigt dass ein
Abriss erforderlich ist. 21. Januar: Erneut
Katastrophenalarm. Es müssen Deichwachen gestellt werden.
25. Februar: In der Dachwohnung von Holger Möller ist ein
Zimmerbrand ausgebrochen. Leider fordert dieses Feuer zwei
Menschenleben.
1977
15. Juni.
Übernahme des neuen Tanklöschfahrzeug. 6. November Ein
brennender Pkw gefährdet die Tankstelle von Jochen
Oldenburg. Mehrere Einsätze durch z.T. schwere
Verkehrsunfälle und Brande waren im Verflossenen Jahr nötig.
1978
13. Februar:
Ölofenbrand bei Ipsen im Wobbenbüller-Schacht. 14. März:
Hilfeleistung beim Brand des Stohdachhauses von Fräulein v.
Rhoden. 19. Juli: Beginn einer mehrtägigen Suche nach einem
vermissten 92-jährigen Rentner. Am 2. Dezember,
Schornsteinbrand bei Friedrich Knaak.
1979
Bei der Über
Jahreswende hereingebrochenen Schneekatastrophe ist die
Hilfe der Wehr erforderlich.13. Februar: Wegen heftiger
Schneestürme erneut Katastrophenalarm. Wegen der
einsetzenden Schneeschmelze müssen mehrere Keller ausgepumpt
werden. Auch in diesem Jahr erfordern Brände den Einsatz der
Feuerwehr.
1980
23. April:
Schuppenbrand bei der Abdeckerei. Durch schnelles Eingreifen
der Wehr kann ein Waldbrand verhindert weden.7. Juni Brand
auf dem Schrottplatz bei Hein Lorenzen. 2. August Brand
einer Müllkippe beim Mühlenberg. Auch hier Waldbrandgefahr.
22. August Schuppenbrand durch Heuselbstentzündung bei Uwe
Holst.
1981
Mit
Jahresbeginn wird die Wehr mit Meldeempfängern ausgerüstet,
nachdem für das Ortsnetz die Notrufnummern 110 und 112
eingeführt sind. Jochen Oldenburg wird zum neuen Wehrführer
gewählt. 24. November: Katastrophenalarm. Besetzung der
Stöpe in Wobbenbüll und Deichgänger. Ebenfalls werden in
diesem Jahr durch Schornsteinbrand, Pumparbeiten usw.
mehrere Einsätze erforderlich.
1982
Außer 2
Pkw-Bränden am 5. Februar bei Artur Carstensen und am 22.
September bei Günther Vollbeer, verursacht durch
Schweißarbeiten, sind 1982 keine weiteren Einsäte
erforderlich.
1983
Aus 43
aktiven Mitglieder besteht die Wehr im Jubiläumsjahr. Das
100-jährige Bestehen wird mit einem umfangreichen Programm
gefeiert. Eine Abordnung der Partnerfeuerwehr auf Gerstetten
(Schwäbische Alb) ist zu Besuch in Hattstedt.
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